Berwin

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Eine Anekdote über Berwin berichtet das Folgende:


"Bist du sicher, Berwin, dass wir dort unten noch etwas von Wert finden? Ich sehe hier nichts als umgestürzte Steine und verbranntes Holz." Der Angesprochene ist ein stämmiger Mann, der unbeirrt den beiden Männern zu schaut, wie sie das Loch zu seinen Füssen immer weiter ausheben. Den dritten Mann, der soeben durch die Büsche zu ihm zurück gekommen ist, ignoriert er. Vier Stunden, so schätzt er, wird es dauern, bis wir die Krypta erreicht haben. Dann gehören die Besitztümer des edlen Ritters, dieses Vampirjägers, mir. Okay, abzüglich des Anteils für die beiden Nichtsnutze. "Habe ich mich jemals geirrt? Die Hinweise sind eindeutig gewesen, genau wie damals bei dem alten Hügelgrab. Es war ja nicht meine Schuld, dass ihr euch euren Anteil von ein paar Wegelagerern abnehmen lassen habt." Okay, es war meine 'Schuld'. Ich war halt noch nie gut im Teilen. Verschmitzt lächelnd geht Berwin einige Schritte vom Loch zurück und löst den silbernen Flachmann von seinem Gürtel. "Steh nicht so faul rum und hilf' den anderen beim Buddeln. Ich will nicht bis es dunkel wird hier draußen bleiben."


"Was habe ich euch gesagt. Feinste Keramikurnen. Jede bestimmt 25 Löwen wert." "25 Löwen? Das sind ja dann mehr als 100 Löwen für jeden für uns." Wieder lächelt Berwin. Ja, bestimmt. Erstens sind diese Urnen mit Sicherheit doppelt soviel Wert und zweitens glaubt ihr doch hoffentlich, dass ich euch auch nur eine dieser 25 Kostbarkeiten überlassen werde. Während zwei seiner Begleiter die Urnen vorsichtig in die mitgebrachten Säcke packen, kündigt der Fackelschein im Gang nach Norden die Rückkehr des letzten Mitglieds der Gruppe an. "Im nächsten Raum ist nur ein verbrannter Sarg. Aber von da geht es noch in drei weitere Räume weiter. Die Schatzkammer habe ich auch schon gefunden. Eine große Holzkiste steht in einem Raum." "Eine Kiste steht in einem Raum und du denkst, dass ist eine Schatzkammer?" Der Anführer will sich schon abwenden, als der andere fortfährt. "Nun ja, da ist auch noch ein Thron. Und ein Wächter, der auf diesem Thron sitzt. Eine 10 Fuß große Rüstung mit einem mächtigen Säbel. Das ist bestimmt genauso, wie die verzauberten Rüstungen, die uns in dem Hügelgrab angegriffen haben. Nur das diese hier mehr als doppelt so groß ist. Ich bin sicher, sie bewacht etwas Wertvolles."


"Wahnsinn, Boss. Der Trick mit dem Unsichtbarkeitstrank hat funktioniert. Wer hätte gedacht, dass sich der Wächter so leicht austricksen läßt." Mit stolz geschwellter Brust sitzt Berwin auf der so eben erbeuteten Kiste. Zum Glück können seine Begleiter nicht erkennen, dass die Schweißperlen auf seiner Stirn Angstschweiß sind. Es ist besser so, wenn sie denken, es sei das Gewicht der Kiste gewesen, dass mir den Schweiß auf die Stirn trieb. Dabei ist sie erstaunlich leicht gewesen. Hoffentlich ist überhaupt etwas drin.


"Psst, seid leise, damit er nicht aufwacht. Er hat uns lange genug herumkommandiert. Und durch drei teilt sich viel besser." Mit gezogenen Dolchen schleichen die drei im fahlen Schein des verglimmenden Lagerfeuers auf den schlafenden Berwin zu. Der in der Gruft erbeutete Anhänger, der alleinige Inhalt der Kiste, ruht wie immer auf seiner Brust. Der schwarze Stein reflektiert das letzte Licht der Flammen in blutroter Färbung.


Zufrieden sinkt Berwin zu Boden. Der letzte seiner Mörder liegt zu seinen Füßen. Er wischt das Blut mit seinem Ärmel ab, an dem auch schon das Blut der zwei anderen Verräter klebt. Aus den Schatten hinter ihm eilen zwei Kreaturen heran. Angewidert stößt Berwin den noch warmen Körper von sich. "Trinkt so viel ihr wollt. Er braucht den kostbaren Saft in seinen Adern nicht mehr, um die Aufgaben zu erfüllen, die ich für ihn vorgesehen habe."


Viele Jahre später

Berwins dürre Finger graben sich in die Erde, wie er es schon tausende Male zuvor getan hat. Er fühlt sich matt, alles schmerzt. Aber nicht ein einziger Hinweis auf einen Kaninchenbau. Nicht mal eine Maus! Berwin sackt vor dem eingestürzten Tunnel zusammen. Sein Körper beginnt zu zucken. Seine Knochen schaben über den kalten Boden. Plötzlich ein Geräusch. Stimmen!


Lautlos setzt Xiara ihren Fuß ein weiteres Mal ab. Der Schein von Boldrans Waffe erhellt den Weg vor ihr, nun da der alte Mann am Anfang des Ganges steht. Blitzschnell reißt Boldran seinen Kopf hoch. Die Aura des Bösens, die er spürt, ist stärker als er es je zuvor wahrgenommen hat.